Zulassungsvoraussetzungen

Sie wollen die „staatliche Fischerprüfung Bayern“ absolvieren? Ganz so einfach ist das nicht, denn jeder, der dieses Vorhaben hat, muss zunächst alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllt haben. In Kürze zusammengefasst sind das folgende Bedingungen:

  • Erreichen des Ausbildungsstandes
  • Entrichtung der Prüfungsgebühr
  • Mindestalter: 12 Jahre
  • Wohnsitz in Bayern

 

Erreichen des Ausbildungsstandes

Jeder, der zur staatl. Fischerprüfung Bayern antreten will, muss in der Lage sein, nachweisen zu können, einen Vorbereitungslehrgang „erfolgreich“ besucht zu haben. „Erfolgreich“ bedeutet in diesem Fall, dass der Teilnehmer sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis ein Mindestmaß an Ausbildung erhalten hat. Die Theorie ist in fünf Fachgebiete unterteilt:

  1. Fischkunde
  2. Gewässerkunde
  3. Schutz und Pflege der Fischgewässer, Fischhege
  4. Fanggeräte, fischereiliche Praxis, Behandlung der gefangenen Fische
  5. Rechtsvorschriften

Der Teilnehmer muss in jedem der fünf theoretischen Fachgebiete einen Mindestausbildungsstand von drei Stunden nachweisen können. Neben der Theorie gibt es dann noch die Praxis-Veranstaltungen:

  1. Praktische Einweisung in den Gebrauch der Fanggeräte
  2. Praktische Einweisung in die Behandlung der gefangenen Fische

In jeder der beiden Praxis-Kategorien muss der Teilnehmer mindestens zwei Ausbildungsstunden nachweisen können. Für eine Zulassung zur Prüfung ist es jedoch nicht ausreichend, jedes der insgesamt 7 Fachgebiete( 5 theoret. + 2 prakt.) mit der Mindestanzahl an Stunden zu absolvieren. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Ausbildungsstand von mindestens 30 Stunden. Wer in allen Fachgebieten nur die Mindeststundenzahl erfüllt, wird schnell merken, dass dies lediglich einen Ausbildungsstand von 19 Stunden ergibt (Theorie: 5 x 3 Std = 15 Std; Praxis: 2 x 2 Std = 4 Std). Dies ergibt ein Defizit von 11 Stunden. Dieses Defizit kann der Teilnehmer durch „Zusatzstunden“ in Themengebieten seiner Wahl ausgleichen. Der Nachweis des Ausbildungsstandes wird durch den Ausbilder bzw. Kursanbieter erbracht. Dieser schreibt dem Teilnehmer im Online-Portal die Stunden für jedes einzelne der insgesamt sieben Themengebiete gut.

Beispiel 1: Der Lehrgangsteilnehmer A hat insgesamt 40 Kursstunden absolviert. Dabei hat er 9 Std. in Fischkunde, 9 Std. in Gerätekunde, 8 Std. in Rechtsvorschriften, 2 Std. in Praktische Einweisung in den Gebrauch der Fanggeräte, 2 Std. in Praktische Einweisung in die Behandlung der gefangenen Fische, 8 Std. in Schutz und Pflege und 2 Std. in Gewässerkunde absolviert. Der Teilnehmer kann jedoch nicht zur Prüfung zugelassen werden, da er im Fachgebiet Gewässerkunde nicht den Mindestausbildungsstand von 3 Std. erreicht hat.

Beispiel 2: Der Lehrgangsteilnehmer B hat insgesamt 30 Kursstunden absolviert. Dabei hat er 6 Std. in Fischkunde, 6 Std. in Gerätekunde, 6 Std. in Rechtsvorschriften, 2 Std. in Praktische Einweisung in den Gebrauch der Fanggeräte, 2 Std. in Praktische Einweisung in die Behandlung der gefangenen Fische, 4 Std. in Schutz und Pflege und 4 Std. in Gewässerkunde absolviert. Teilnehmer B darf zur Prüfung antreten, da er in jedem Fachgebiet den Mindestausbildungsstand erfüllt und einen Gesamtausbildungsstand von mindestens 30 Stunden erreicht hat.

 

Entrichtung der Prüfungsgebühr

Neben dem Mindestausbildungsstand ist die Entrichtung der Prüfungsgebühr eine zentrale Voraussetzung um zur Prüfung antreten zu können. Eine Übersicht über die Kosten für die Prüfung und die Bezahlvarianten finden Sie hier. Wie viele Kursanbieter bieten auch wir unseren Teilnehmern ohne Aufpreis die Möglichkeit an, die Prüfungsgebühr bar direkt an uns zu zahlen. Wir leiten die Beträge dann unmittelbar als Sammelüberweisung  weiter.

 

Wohnsitz in Bayern

Zu diesem Thema schauen wir uns einfach einmal §4 Abs. 3 des AVBayFiG an:

„Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt im Onlinesystem. Bewerber ohne gewöhnlichen Aufenthalt in Bayern können in begründeten Ausnahmefällen von der Prüfungsbehörde zugelassen werden. Bewerber, die am Prüfungstag das 12. Lebensjahr nicht vollendet haben, die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang (§ 6) nicht nachweisen oder die Prüfungsgebühr (§ 5) nicht bezahlt haben, werden nicht zugelassen. Bewerber, die zugelassen sind, werden von der Prüfungsbehörde informiert.“

„Bewerber ohne gewöhnlichen Aufenthalt in Bayern können in begründeten Ausnahmefällen von der Prüfungsbehörde zugelassen werden.“ Wie man leicht erkennen kann, brauchen Menschen, die ihren „gewöhnlichen Aufenthalt“ außerhalb Bayerns haben eine Sondergenehmigung.